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Sonstige Mitteilungen | 20.01.2026

Neues von der Handwerkskammer Heilbronn-Franken

Facettenreichtum des Handwerks

Beim Betriebsbesuchstag der Handwerkskammer Heilbronn-Franken im Stadtkreis Heilbronn wird ein breites Spektrum an Gewerken und Produkten beleuchtet – vom Gesundheitshandwerk bis hin zu hochwertigen Türen


Im Rahmen des letzten Betriebsbesuchstags der Handwerkskammer Heilbronn-Franken im Jahr 2025 besuchten Präsident Ralf Rothenburger und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Achim Hofmann zum Jahresausklang vier Handwerksbetriebe im Stadtkreis Heilbronn: das Designatelier Neckermann und das Sanitäts- und Orthopädiehaus Weber Greissinger in der Innenstadt sowie den Türenhersteller Comtür und den Sanierungsbetrieb Heba Sanierungen in den Böllinger Höfen.

Begleitet wurden Rothenburger und Hofmann von Johannes Richter, dem Leiter des Bildungs- und Technologiezentrums der Handwerkskammer, sowie von HWK-Unternehmensberater Frank Staiger. Mit von der Partie waren auch die beiden baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Gudula Achterberg (Grüne) und Dennis Klecker (AfD).

Individualität und Kundennähe

„Holz ist ein unglaublich vielseitiger Rohstoff, aus dem sich großartige Produkte herstellen lassen“, schwärmt Christian Neckermann. Der 42-Jährige hat Ende 2018 mit dem Designatelier Neckermann seinen eigenen Schreinerbetrieb gegründet. Die Kernkompetenz von Neckermann und seinem Mitarbeiter Daniel Usinov liegt in der Herstellung individueller Möbelstücke aus Holz. „Meinen Kundenstamm habe ich mir im Laufe der Jahre durch Mundpropaganda und die Präsenz auf digitalen Plattformen aufgebaut“, erzählt Neckermann, der viel Wert auf einen einheitlichen Markenauftritt legt. Den zentralen Standort in der Heilbronner Innenstadt sieht er als Pluspunkt, da er dort echte Kundennähe leben kann. Kritisch blickt er hingegen auf den aktuellen Ausbildungsmarkt: „In einem kleinen Betrieb braucht es Überzeugungstäter, die einem auch nach der Ausbildung treu bleiben wollen. Solche sind allerdings immer schwerer zu finden.“

Gesundheit und Wohlbefinden

1907 in Stuttgart gegründet und seit 1921 in Heilbronn ansässig: Weber Greissinger ist zweifellos eine Institution im Gesundheitshandwerk. Das Sanitäts- und Orthopädiehaus mit insgesamt sieben Filialen und rund 60 Mitarbeitern in der Region wird von Orthopädietechnikermeister Andreas Weibler und seiner Ehefrau Martina geleitet. Gemeinsam mit ihrem Team verfolgen sie die Mission, die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Kunden zu steigern. Doch dabei gibt es auch Hürden, wie Andreas Weibler beklagt: „Die Bürokratie erschwert uns die Arbeit enorm. Allein für eine Kniebandage braucht es sieben Formulare.“ Martina Weibler nennt ein Alleinstellungsmerkmal von Weber Greissinger in Heilbronn und Umgebung: „In unserem Miederstudio ‚Figur & Form‘ führen wir Brustprothesen und Spezial-BHs im Sortiment. Unsere Kundinnen schätzen die Diskretion und unsere langjährige Kompetenz, weshalb wir hier ein großes Einzugsgebiet haben.“

Hochwertige Türen nach Maß

Der Türenhersteller Comtür blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Inzwischen führen die Cousins Mario und Martin Weimann das Familienunternehmen in vierter Generation. Am Standort in den Böllinger Höfen fertigt Comtür hochwertige Türen nach Maß für Kunden aus aller Welt. Dabei spielt Qualität die Hauptrolle, wie Martin Weimann betont: „Für unsere hohen Qualitätsansprüche reicht Standardmaterial nicht aus. Durch unsere hohe Fertigungstiefe steckt hinter jeder verkauften Tür ein enormer Aufwand.“ Genau diese Liebe zum Detail wüssten die Kunden zu schätzen. Allerdings stecke die Türindustrie seit zwei, drei Jahren in der Krise. Unter anderem aufgrund geopolitischer Probleme, wie Mario Weimann berichtet: „Wir befinden uns aktuell in einer herausfordernden Phase. Unsere oberste Priorität ist es, unsere Mitarbeiter zu halten und gestärkt aus dieser Zeit hervorzugehen.“ Aktuell beschäftigt Comtür rund 60 Mitarbeiter und sieben Auszubildende.

Integration durch Handwerk

„Alles aus einer Hand“ – das ist das Motto von Jens und Patrick Petzold. Mit ihrem Betrieb Heba Sanierungen haben sich die beiden Maler- und Lackierermeister auf energetische Gesamtsanierungen von Hausverwaltungsobjekten im Großraum Heilbronn spezialisiert. Jens Petzold verfügt über jahrzehntelange unternehmerische Erfahrung im Handwerk. Er gründete den Betrieb Anfang 2023 und übergab ihn im vergangenen Jahr an seinen 33-jährigen Sohn Patrick. Aktuell beschäftigt Heba 28 Mitarbeiter und drei Auszubildende und setzt als Arbeitgeber mit einem hohen Anteil ausländischer Beschäftigter auf soziale Verantwortung. „Nirgends funktioniert Integration besser als im Handwerk und im Sport“, ist Jens Petzold überzeugt. Zur aktuellen Geschäftslage sagt Patrick Petzold: „Das Thema Bürokratie und der Wegfall attraktiver Förderungen bremsen uns etwas aus. Aber unsere breite Aufstellung ist ein großer Vorteil.“

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