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Sonstige Mitteilungen | 29.05.2026

Blutkrebspatienten eine zweite Chance auf Leben geben

Heilbronn. Alle 12 Minuten erhält in Deutschland ein Mensch die niederschmetternde Diagnose Blutkrebs. Dies sind laut Deutscher Leukämie- und Lymphom-Hilfe rund 40.000 Betroffene pro Jahr. Davon erkranken etwa 13.500 Menschen neu an Leukämie, einer Hauptform des Blutkrebses. 2024 wurde im Landkreis Heilbronn bei 91 AOK-Versicherten diese Diagnose gestellt und im Stadtkreis Heilbronn bei 43, darüber informiert die AOK Heilbronn-Franken im Rahmen des Weltblutkrebstag, dem 28. Mai.

Viele Patientinnen und Patienten können ohne eine lebensrettende Stammzellspende nicht überleben, und mit der Suche nach geeigneten Spendern beginnt immer auch ein Wettlauf gegen die Zeit, so das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD). Je schneller ein „Match“ gefunden wird, desto größer sind die Überlebenschancen der Betroffenen. „Der Begriff „Blutkrebs“ steht für eine Reihe von verschiedenen Krebserkrankungen, die aus den Zellen des sogenannten blutbildenden Systems hervorgehen. Je nachdem, welche Zellen sich wo im Körper unkontrolliert vermehren, unterscheidet man zum Beispiel Leukämien und Lymphome“, verdeutlicht Dr. Matthias Osswald, Arzt bei der AOK Baden-Württemberg.

Gemäß Krebsregisterdaten des Robert Koch-Instituts machen bei unter 18-jährigen Leukämien knapp 30 Prozent aller Krebserkrankungen aus und sind damit in dieser Altersstufe die häufigste Krebsform. Dr. Matthias Osswald: „Bei der Einteilung von Leukämien spielt es eine Rolle, welche Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen betroffen sind und ob es sich um einen akuten oder chronischen Krankheitsverlauf handelt. Chronische Leukämien verursachen häufig lange Zeit keine oder kaum Beschwerden, weshalb sie oft zufällig oder erst relativ spät entdeckt werden.“

Die Symptome einer Leukämie treten unter anderem deshalb auf, weil gesunde Blutzellen durch unreife Krebszellen verdrängt werden. Zu wenig rote Blutkörperchen als Folge können zum Beispiel zu Blässe und Schwäche, zu wenige gesunde weiße Blutkörperchen zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen, während ein Mangel an Blutplättchen eine verstärkte Blutungsneigung verursachen kann.

Die Art der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab – von der genauen Diagnose und dem Stadium der Erkrankung bis hin zu Alter und Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten. Die Behandlungsgrundlage bildet meist eine Chemotherapie. Sie hat zum Ziel, die Blutkrebszellen komplett zu zerstören, damit das blutbildende System anschließend wieder neue, gesunde Zellen herstellen kann. Manchmal setzen Ärztinnen und Ärzte auch eine Bestrahlung oder eine Kombination aus Chemotherapie und Bestrahlung ein.

„In den vergangenen Jahren hat sich die Behandlung verschiedener Blutkrebserkrankungen unter anderem durch neue zielgerichtete Therapien und Immuntherapien deutlich verbessert“, macht Dr. Osswald Hoffnung und fügt an: „Weiterhin spielt in der Therapie von Blutkrebserkrankungen auch die Stammzelltransplantation eine wichtige Rolle. Zunächst werden hier durch eine hoch dosierte Chemotherapie, gegebenenfalls in Kombination mit einer Strahlentherapie, möglichst alle Krebszellen im Körper zerstört, bevor neue zuvor isolierte Stammzellen transplantiert werden und die alten Stammzellen ersetzen.“

Da sich nur für ca. 30 Prozent der Patientinnen und Patienten eine geeignete Spenderin oder ein geeigneter Spender aus der Familie findet, sind viele Betroffene auf Fremdspender angewiesen. Es ist also wichtig, dass sich zahlreiche Menschen als Stammzellspender registrieren lassen. Grundsätzlich kann sich jeder ab 18 Jahren für die Stammzellspende registrieren. Dafür kann man eine der deutschen Spenderdateien kontaktieren und ein Typisierungsset anfordern. Natürlich besteht auch immer die Option, an einer Typisierungsaktion teilzunehmen. Diese werden oft in den lokalen Medien beworben.

Weitere Infos finden Sie beim ZKRD unter: https://zkrd.de/registrierung-spende/

Die Behandlung von Blutkrebs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Trotzdem spielt die Stammzellentransplantation nach wie vor eine wesentliche Rolle. Foto: AOK
Die Behandlung von Blutkrebs hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Trotzdem spielt die Stammzellentransplantation nach wie vor eine wesentliche Rolle. Foto: AOK
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