Kraichgau-Stromberg-Tourismus | 23.06.2026
Drei Tage Klausur zwischen Melanchthonstadt Bretten, UNESCO-Welterbe Kloster Maulbronn und der Heuss-Stadt Brackenheim – rund 30 Mittelgebirgsregionen diskutieren über Tourismuspolitik im ländlichen Raum
Bretten/Maulbronn/Brackenheim, 16. Juni 2026 Der Bundesverband Deutsche Mittelgebirge e.V. (BVDM) hat seine diesjährige Klosterklausurtagung vom 14. bis 16. Juni in Bretten abgehalten – mitten im Land der 1000 Hügel. Der Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V, selbst Mitglied im Bundesverband, hatte die Klausur in die Region eingeladen und rund 30 Vertreterinnen und Vertreter deutscher Mittelgebirgsregionen zu Gast. Für die inhaltliche Ausrichtung sorgten der Bundesverband selbst; der Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V. gestaltete das Rahmenprogramm und zeigte den Gästen die Region zwischen Kraichgau, Stromberg und Zabergäu.
Eröffnet hatte die Klausur der Vorsitzende des Bundesverbands, Dr. Michael Braun. Über allem stand eine Frage mit Sprengkraft: „Die Bedeutung des ländlichen Raums – ein politisches Lippenbekenntnis?" Drei Tage lang ging es darum, wie viel vom viel beschworenen Engagement für die Fläche tatsächlich ankommt – und warum die Tourismusbranche mit ihren Themen oft nicht durchdringt. Durch das Programm führte Moderator Christian Leetz, Brettens Oberbürgermeister Nico Morast begrüßte die Runde im Hotel Krone.
Den Auftakt am Sonntagnachmittag setzte das UNESCO-Welterbe Kloster Maulbronn. In einer Sonderführung tauchten die Gäste in das Leben der Zisterzienser ein und warfen anschließend einen Blick in die Ausstellung „Pssst – Die junge Klosterwelt", bevor der Abend in einem Weingut in Oberderdingen ausklang.
Die Tagungstage bündelten tourismuspolitisches Schwergewicht. Dr. Marcel Klinge (Denkfabrik Zukunft der Gastwelt, ehemaliger tourismuspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion) sprach über die Wirtschaftspolitik, die die Gastwelt jetzt braucht. Michelle Schwefel (Deutscher Ferienhausverband) ordnete danach den Ferienwohnungsmarkt zwischen Wohnraumdebatte und Regulierung ein. Im anschließenden Workshop vertieften die Teilnehmenden unter anderem das neue Kennzahlenset für den Deutschlandtourismus, vorgestellt von einem Vertreter des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) und Bernhard Mosbacher (Spessart Tourismus). Den Schlusstag eröffnete Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), mit Einblicken, wie der ländliche Raum international ins Schaufenster rückt. Im Anschluss führte Markus Tressel (Trepublica, ehemaliger tourismuspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion) hinter die Kulissen politischer Entscheidungen in Bund und Ländern.
Einen exklusiven Vorgeschmack gab es am Montagabend in der Heuss-Stadt Brackenheim: Bürgermeister Thomas Csaszar hieß die Gruppe willkommen und begleitete sie persönlich durch die noch nicht eröffnete Deutsche Weinwelt. Schon die Baustelle zog die Fachleute in ihren Bann – die Eröffnung wird zeitnah erwartet und dürfte zu einem Anziehungspunkt für internationale Weinfreunde werden. Der Abend endete bei württembergischem Wein inmitten der Rebhänge des Zabergäus.
„Wir sind selbst Mitglied im Bundesverband und haben die Klausur bewusst zu uns eingeladen", sagt Christina Lennhof, Geschäftsführerin des Kraichgau-Stromberg Tourismus e.V. „Tourismus im ländlichen Raum gelingt nur, wenn Politik und Branche einander verstehen und gemeinsam handeln. Drei Tage zwischen Welterbe-Kloster, Rebhängen und klugen Köpfen haben gezeigt, wie viel in diesem Austausch steckt."
