Sonstige Mitteilungen | 04.08.2026
Klimageräte: Gut informiert durch die Sommerhitze
Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gibt Tipps zu Kauf, Nutzung und Installation
Wenn die Temperaturen steigen, wünschen sich viele Menschen Abkühlung in den eigenen vier Wänden. Doch bevor Verbraucher:innen ein Klimagerät anschaffen, sollten sie sich gut informieren. Denn nicht jedes Gerät kühlt effizient – und oft reichen schon einfache Maßnahmen aus, um Wohnräume angenehm kühl zu halten.
„Ein Klimagerät kann in Hitzeperioden für deutlich mehr Wohnkomfort sorgen. Allerdings verursacht es Anschaffungs- und Stromkosten und auch bei der Planung gibt es einiges zu beachten,“ sagt Manuel Becker, Energieexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Verbraucher:innen sollten, vor dem Kauf genau prüfen, welche Lösung zur ihrer Wohnsituation passt“.
Oft ist ein Ventilator bereits ausreichend. Zwar senkt er die Raumtemperatur nicht, sorgt aber durch die Luftbewegung für einen kühlenden Effekt und benötigt deutlich weniger Strom als ein Klimagerät. Zusätzlich helfen außenliegende Rollläden oder Markisen, einen Teil der Wärme draußen zu halten. Besonders wirksam ist es außerdem möglichst lange nachts zu lüften, idealerweise durch Querlüften, sobald die Außentemperatur unter die Raumtemperatur fällt. Dadurch kann die Wärme, die in der Wohnung gespeichert wurde, effektiv abgeführt werden.
Klimagerät ist nicht gleich Klimagerät
Wer sich dennoch für ein Klimagerät entscheidet, sollte die Unterschiede kennen. Mobile Monoblock-Geräte lassen sich ohne großen Installationsaufwand nutzen, arbeiten jedoch vergleichsweise ineffizient. Fest installierte Splitgeräte kühlen deutlich effizienter und leiser. Sie müssen jedoch von einem Fachbetrieb eingebaut werden. In Mietwohnungen ist dafür in der Regel die Zustimmung der Vermieterin oder des Vermieters erforderlich.
Beim Kauf sollten Verbraucher:innen auf die passende Kühlleistung, eine gute Energieeffizienz, eine möglichst geringe Lautstärke und auf ein möglichst klimafreundliches Kältemittel achten. Damit das Gerät effizient arbeitet und hygienisch einwandfrei bleibt, empfiehlt sich außerdem eine regelmäßige Reinigung und Wartung. Auch die laufenden Stromkosten sollten in die Entscheidung einfließen.
Solarstrom effektiv nutzen
Viel Strom für kühle Räume wird vor allem dann gebraucht, wenn es heiß ist und die Sonne scheint – beste Bedingungen, um viel Solarstrom zu erzeugen und direkt zu nutzen. Daher ist der Betrieb eines Klimageräts in Kombination mit einer PV-Anlage besonders sinnvoll. Um die Klimaanlage auch in den Nachtstunden mit selbst erzeugtem Strom versorgen zu können, bietet sich ein Batteriespeicher als Ergänzung an. Ein Steckersolargerät kann ebenfalls einen nennenswerten Beitrag zur Stromversorgung liefern.
Auch wenn die Heizsaison bei den derzeitigen Temperaturen in weiter Ferne scheint: Die meisten Split-Klimaanlagen verfügen über einen reversiblen Kältekreis. Als Luft-Luft Wärmepumpen können Sie somit auch zum effizienten Heizen eingesetzt werden. Unter bestimmten Bedingungen ist eine Förderung solcher Anlagen möglich.
Umbau kann ebenfalls gegen Hitze helfen
Wer langfristig etwas gegen überhitzte Wohnräume tun möchte, sollte neben einem Klimagerät auch bauliche Maßnahmen in Betracht ziehen. Besonders wirksam ist ein außenliegender Sonnenschutz, der verhindert, dass sich das Gebäude durch direkte Sonneneinstrahlung schnell stark aufheizt. Auch eine energetische Sanierung in Form einer Wärmedämmung kann den sommerlichen Wärmeschutz verbessern, denn sie verlangsamt den Wärmeeintrag ins Gebäude. Gleichzeitig sinkt der Energieverbrauch im Winter und der Wohnkomfort steigt. Bei langanhaltenden Hitzewellen mit sehr warmen Nächten, stößt jedoch auch eine gute Dämmung an ihre Grenzen: Kann ein Gebäude nachts nicht ausreichend auskühlen, erwärmt es sich über mehrere Tage zunehmend. Um dauerhaft angenehme Raumtemperaturen zu erreichen, kann in diesem Fall eine aktive Kühlung sinnvoll sein.
Fragen zum Thema Hitzeschutz beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale mit ihrem Angebot. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.