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Sonstige Mitteilungen | 11.08.2026

Zahl der Diabetes-Erkrankungen steigt kontinuierlich

10,1 Prozent der AOK-Versicherten im Landkreis Heilbronn leidet unter Typ 2 / gravierende Auswirkungen auf das Wohlbefinden

Heilbronn. Nach neuen Erhebungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat in Deutschland aktuell etwa jeder zehnte Erwachsene einen ärztlich diagnostizierten Diabetes. 2022 waren 6,05 Millionen Personen betroffen. Für die kommenden Jahre prognostiziert das RKI weiter deutlich ansteigende Fallzahlen, auf deutschlandweit rund 11 Millionen Menschen im Jahr 2050. Dies deckt sich mit den Zahlen der AOK für Heilbronn: Im Stadtkreis Heilbronn lebten im Jahr 2019 insgesamt 5.712 AOK-Versicherte mit der Diagnose „Diabetes Typ 2“. 2024, fünf Jahre später, waren es 6.210. Im Landkreis Heilbronn stiegen die Patientenzahlen im gleichen Zeitraum von 13.013 auf 14.084. Dies sind 10,1 Prozent aller AOK-Versicherten im Landkreis.

Typ-2-Diabetes ist mit einem Anteil von über 90 Prozent unter allen an Diabetes erkrankten Personen am häufigsten. Kennzeichnend ist ein erhöhter Zuckerspiegel im Blut. Die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr Insulin produzieren, um den Blutzucker zu regulieren. Irgendwann reicht die Insulinproduktion nicht mehr aus und die ersten Symptome treten auf.

Dr. med. Matthias Osswald: „Symptome eines Typ-2-Diabetes können zum Beispiel starker Durst, häufiges Wasserlassen, anhaltende Müdigkeit, Schwindel, Sehstörungen oder auch Hautinfektionen durch Bakterien oder Pilze sein.“ Als Risikofaktoren für die Entstehung der Erkrankung benennt der Arzt der AOK Baden-Württemberg Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, eine ungesunde Ernährungsweise und bestimmte Medikamente. Auch die familiäre Veranlagung spiele eine wichtige Rolle.

Weil typische Frühsymptome fehlen, ist die Früherkennung beim Hausarzt oder der Hausärztin sehr wichtig. Mit Hilfe eines einfachen Blutzuckertests kann feststellt werden, ob ein Typ-2-Diabetes vorliegt. Zum Sichern der Diagnose muss der Blutzucker im venösen Blut bestimmt werden, das die Ärztin oder der Arzt am Arm abnimmt.

„Bei einem erhöhten Risiko für einen Typ-2-Diabetes können eine Ernährungsumstellung, Gewichtsnormalisierung und mehr Bewegung die Entstehung der Erkrankung verzögern. Dabei ist es besonders wichtig, mögliche Folgen des Typ-2-Diabetes, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augen-, Nerven- und Nierenkomplikationen oder das sogenannte diabetische Fußsyndrom, gut im Blick zu behalten“, verdeutlicht Dr. Matthias Osswald.

Viele Betroffene von Diabetes mellitus Typ 2 können ihre Blutzuckerwerte allein normalisieren. Eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung helfen häufig nachhaltig. Doch ab bestimmten Blutzuckerwerten sind Medikamente nötig. Mit Diabetes und seinen Folge- und Begleiterkrankungen wie Nieren- und Augenerkrankungen oder Amputationen sind viel Leid und hohe Kosten verbunden. Bei sehr hohen Blutzuckerwerten kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum diabetischen Koma kommen.

Diabetes Typ 2 kann überall dort Folgeerkrankungen auslösen, wo hohe Blutzuckerwerte Blutgefäße schädigen. So können Nerven angegriffen werden, was unter anderem zu einer Polyneuropathie führen kann, mit Empfindungsstörungen und einem erhöhten Risiko für das diabetische Fußsyndrom. In den Augen kann eine diabetische Retinopathie entstehen, die zu Sehstörungen bis hin zur Erblindung führt. An den Blutgefäßen kann Arteriosklerose auftreten, die zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Auch die Nieren können erheblich geschädigt werden.

Die AOK Baden-Württemberg unterstützt Betroffene mit dem: Online-Coach Diabetes: www.aok.de/pk/leistungen/online-programme/diabetes-coach/

Diabetes Typ 2 hat sich zur Volkskrankheit entwickelt. Rund 10 Prozent aller Deutschen sind betroffen. Foto: AOK
Diabetes Typ 2 hat sich zur Volkskrankheit entwickelt. Rund 10 Prozent aller Deutschen sind betroffen. Foto: AOK
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