Sonstige Mitteilungen | 01.09.2026
Von Mitte September bis voraussichtlich Mitte Oktober führt ForstBW im Staatswald des Forstreviers Stromberg-Heuchelberg Holzernte- und Waldpflegemaßnahmen durch. Betroffen ist auch das Waldgebiet „Mannwald“ nahe des Naturparkzentrums Stromberg-Heuchelberg bei Zaberfeld. Die Arbeiten dienen sowohl dem Erhalt wertvoller Waldbestände als auch der Sicherstellung der Verkehrssicherheit.
Förderung der Klimastabilität
In den Staatswaldgebieten konzentrieren sich die Maßnahmen auf die Erhöhung der Klimastabilität des Waldes. Um gezielt klimastabilen Bäumen, wie zum Beispiel Eichen, ausreichend Licht und Raum zu verschaffen, werden im Wachstum konkurrierende Baumarten, wie Buchen oder Nadelbäume, entnommen. Besonders empfindlich reagieren alte Eichen darauf, wenn jüngere schattentolerantere Bäume in ihre Krone einwachsen – auch solche Bäume werden gezielt entnommen. Zudem werden klimalabile Fichten geerntet, um den Wald aktiv umzubauen und anschließend trockenresistentere Baumarten zu pflanzen. Eine weitere Herausforderung ist das flächige Absterben der Eschen infolge einer Pilzerkrankung durch einen aus Südostasien eingeschleppten Erreger mit der harmlos klingenden Bezeichnung „Falsches Weißes Stengelbecherchen“. Wenn die Wurzeln durch den Pilz geschädigt sind, können die Bäume plötzlich umstürzen. „Aus Sicherheitsgründen lassen wir im Umfeld der Wege keine potenziell gefährlichen Eschen stehen“, betont Forstrevierleiter Dominik Musch.
Förderung der Naturverjüngung für die nächste Waldgeneration
Im Fokus stehen hier die weit über hundert Jahre alten Eichen und Buchen. Die aufkommende junge Waldgeneration aus gekeimten Eicheln und Bucheckern, im Forstjargon als Naturverjüngung bezeichnet, benötigt Licht und Raum, um sich stabil entwickeln zu können. Daher werden einzelne erntereife Bäume gezielt entnommen und als Stammholz für die Furnier- und Sägeindustrie oder als Brenn- oder Industrieholz, zum Beispiel für die Spanplattenindustrie, genutzt.
Sorgen bereitet der Zustand der Buchen, die insbesondere unter den trockenen Sommern leiden. Ein extrem trockenheißer Sommer liegt gerade hinter uns. „Die Eichen kommen besser mit der Trockenheit zurecht. Trotzdem setzen wir auf stabile Mischwälder – vitale Buchen erhalten wir, seltene Baumarten, wie die Elsbeere, werden besonders geschützt“, erklärt Dominik Musch.
Schutz ökologisch wertvoller Strukturen
In weniger frequentierten Bereichen wurden Habitatbaumgruppen ausgewiesen. Sie sind Bestandteil des Alt- und Totholzkonzeptes und bestehen aus ökologisch besonders wertvollen Bäumen mit Höhlen, Horsten oder speziellen Totholzstrukturen. Sie sind markiert, per GPS erfasst und werden dauerhaft erhalten, um Lebensraum für Fledermäuse, Vögel, Insekten und Pilze zu sichern.
Wichtiger Sicherheitshinweis – Wege werden gesperrt
Die Befahrung der Wälder im Zuge der Holzernte erfolgt grundsätzlich nur auf den ausgewiesenen Rückegassen und Maschinenwegen, um den Waldboden bestmöglich zu schonen. Aufgrund der in den vergangenen Jahren häufig ausbleibenden Frostperioden muss die Holzernte besonders auf befahrungsempfindlichen Böden, wie zum Beispiel Lehm- oder Tonböden, bereits vor den einsetzenden Nässeperioden im Herbst und Winter durchgeführt werden. Wenn die Maßnahmen bereits frühzeitig bei trockener Witterung erfolgen, werden so Bodenschäden durch Befahrung bei ungünstigen Witterungsverhältnissen vermieden. Die Belange des Artenschutzes werden dabei streng beachtet. Nach Abschluss der Arbeiten sollten daher nur in geringem Umfang Fahrspuren sichtbar sein. Wo dennoch Vertiefungen entstehen, können diese zeitweise Wasser speichern und damit als Kleingewässer beziehungsweise Ersatzhabitate für Amphibien dienen, darunter auch die streng geschützte Gelbbauchunke.
Während der Holzerntearbeiten müssen betroffene Waldwege aus Sicherheitsgründen zeitweise gesperrt werden. Die Sperrungen dienen ausschließlich dem Schutz der Waldbesuchenden. „Auch wenn keine Motorsäge zu hören ist, kann es lebensgefährlich sein, gesperrte Bereiche zu betreten“, warnt Forstrevierleiter Dominik Musch, „es können jederzeit Bäume oder Äste fallen“. Erst wenn keine Gefahr mehr von den Arbeiten ausgeht und die Wege wieder sicher begehbar sind, werden bestehende Sperrungen aufgehoben. Beeinträchtigungen am Wegenetz werden bei geeigneter, trockener Witterung anschließend beseitigt und die Wege bei Bedarf instandgesetzt.
ForstBW bittet um Verständnis und darum, alle Absperrungen unbedingt zu beachten. Ziel ist es, die Einschränkungen so kurz wie möglich zu halten.
Der Forstbezirk Unterland als Teil des Staatsforstbetriebs ForstBW betreut den Staatswald des Landes Baden-Württemberg in unserer Region. Im Rahmen der nachhaltigen Waldpflege produziert und ver-marktet ForstBW Brennholz als nachwachsender und klimaneutraler Brennstoff. Das Brennholz wird über den Webshop auf der Internet-seite von ForstBW vermarktet (www.forstbw.de). Erstkunden müssen sich dort einmalig als Kunde registrieren.
In den Revieren 1, 2, 5, 6 und 10* des Forstbezirks Unterland werden Brennholzvorbestellungen über den Webshop ab sofort bis zum 31.01.2027 angenommen, welche im Laufe der Einschlagssaison zugeteilt werden. Im Anschluss wird das Brennholz dort nur noch im Webshop über den Direktkauf vermarktet.
In den anderen Revieren des Forstbezirks (Reviere 3, 4, 7, 8 und 9*) wird das Brennholz im Webshop ab sofort nur noch über den Direktkauf vermarktet. Im Direktkauf werden die Polter von uns mit einem Foto, Menge und Preis sowie dem ungefähren Lageort auf der Übersichts-karte von ForstBW eingestellt. Dort können Sie räumlich günstig für Sie gelagertes Holz in den Warenkorb legen und direkt kaufen. Im Nachgang erhalten Sie automatisiert von uns die Rech-nung mit dem genauen Lageort des Polters.
Wichtig: Melden Sie sich im Webshop für unseren Newsletter an, so werden Sie immer direkt per Mail informiert, wenn wir in Ihrem Wunschrevier neues Brennholz eingestellt haben.
* Reviere mit Brennholzvorbestellungen:
Revier 1: Stollenhof
Revier 2: Schwäbischer Wald
Revier 5: Stromberg-Heuchelberg
Revier 6: Kraichgau-Stromberg
Revier 10: Stifterhof
Reviere mit Direktkauf:
Revier 3: Wildeck
Revier 4: Neckar-Enz
Revier 7: Plattenwald
Revier 8: Klosterwald
Revier 9: Pfinzgau
Die räumliche Abgrenzung der genannten Reviere kann auf der interaktiven Karte auf der Homepage von ForstBW unter www.forstbw.de eingesehen werden.
