Sonstige Mitteilungen | 13.10.2026
Kosten prüfen, Abrechnung verstehen: Beratung und Online-Seminare im Oktober und November
Eine hohe Nachzahlung bei den Heizkosten sorgt bei vielen Verbraucher:innen für Unsicherheit. Doch wie setzt sich die Abrechnung zusammen? Wie haben sich Verbrauch und Kosten entwickelt? Und worauf sollten Mieter:innen und Wohnungseigentümer:innen bei der Prüfung besonders achten?
Antworten auf diese Fragen gibt die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg im Rahmen der Aktionswochen „Durchblick bei der Heizkostenabrechnung“ im Oktober und November. Verbraucher:innen erhalten Unterstützung dabei, ihre Heizkostenabrechnung besser zu verstehen und mögliche Auffälligkeiten, wie beispielsweise eine ungewöhnlich hohe Nachzahlung, zu erkennen.
„Viele Menschen sind unsicher, ob ihre Heizkostenabrechnung korrekt ist oder ob die geforderte Nachzahlung plausibel erscheint. Mit unseren Aktionswochen möchten wir Verbraucher:innen dabei unterstützen, ihre Abrechnung nachzuvollziehen und ihre Rechte zu kennen“, sagt Tina Schwenk, Leiterin der Abteilung Bauen, Wohnen, Energie.
In den Beratungsstellen Stuttgart, Freiburg, Friedrichshafen, Heidelberg, Karlsruhe, Mannheim, Reutlingen und Schwäbisch Hall sowie in vielen weiteren Beratungsstützpunkten in Kooperation mit den regionalen Energieagenturen können persönliche Beratungstermine vereinbart werden. Ratsuchende sollten ihre Heizkosten- oder Nebenkostenabrechnung zum Termin mitbringen. Eine vorherige Terminvereinbarung über unser Termin- und Infotelefon unter 0711 6691-10 ist erforderlich.
Online-Seminare
Wer sich bequem von zu Hause aus informieren möchte, kann am Online-Seminar „Fragen zur Heizkostenabrechnung? – Wir zeigen Ihnen, wie es geht!“ mit Energieberater Jörg Schmid teilnehmen.
Die nächsten Termine finden statt am:
4. November, 18 Uhr
16. Dezember 2026, 18 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
Weitere Informationen und die Anmeldung: www.vz-bw.de/onlineseminare
Weitere Informationen zur Aktion: www.vz-bw.de/hka-stuttgart
Über die Energieberatung
Fragen zum Thema Heizkosten beantwortet die Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mit ihrem umfangreichen Angebot. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 – 809 802 400 sowie in unseren Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Die Verbraucherzentrale erklärt, warum Betroffene die Schreiben kritisch prüfen sollten und wann Handlungsbedarf besteht.
Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erhält derzeit vermehrt Meldungen über Schreiben der Deutsche Messwesen GmbH, einem privaten, wettbewerblichen Messstellenbetreiber. Die Briefe, die ohne persönliche Anrede verschickt werden, vermitteln den Eindruck, dass Verbraucher:innen kurzfristig handeln und zeitnah ein Smart Meter einbauen lassen müssten. Doch dieser Eindruck täuscht.
„Der Anbieter versucht mit einer zeitlichen Frist von sechs Wochen und einer kostenlosen Installation in dieser Zeit Druck aufzubauen,“ sagt Tina Schwenk, Leiterin der Abteilung Bauen, Wohnen, Energie bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich durch solche Schreiben nicht verunsichern lassen“. Zum Einbau verpflichtet sind Verbraucher:innen derzeit nur in bestimmten Fällen, beispielsweise, wenn sie einen hohen Stromverbrauch über 6.000 Kilowattstunden, eine Wärmepumpe oder stromerzeugende Anlagen wie eine Photovoltaik-Anlage haben.
Fragwürdige Versprechen
Neben der kostenlosen Installation wirbt der Anbieter in dem Anschreiben damit, dass der Gesetzgeber den Einbau von Smart Metern bei Hausbesitzern mit Batteriespeicher, Wärmepumpe oder Wallbox durch ein reduziertes Netzentgelt unterstützt. „Ob und in welcher Höhe Einsparungen möglich sind, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab und lässt sich deshalb nicht pauschal zusichern,“ so Schwenk. Kritisch sieht sie außerdem, dass die kostenlose Installation besonders hervorgehoben wird, während die jährlichen Kosten von 99 Euro und die Vertragslaufzeit von 24 Monaten deutlich weniger prominent dargestellt werden.
Was sollten Verbraucher:innen jetzt tun?
Verbraucher:innen sind nicht verpflichtet, sich bei der Deutsche Messwesen GmbH zu melden. Sie können die Schreiben einfach ignorieren. Erst, wenn sich der grundständige Messstellenbetreiber – meist der örtliche Stromnetzbetreiber – meldet, müssen Verbraucher:innen handeln und sich um den Einbau eines Smart Meters kümmern. Allen, die ein Smart Meter bekommen sollen oder den Einbau selbst veranlassen möchten, rät Schwenk, sich unabhängig beraten zu lassen und mehrere Angebote einzuholen. So lassen sich die Kosten für Einbau und Betrieb besser vergleichen.
Hintergrund
Bis 2032 sollen alle Haushalte in Deutschland mit digitalen Stromzählern ausgestattet werden. Bestimmte Haushalte mit hohem Stromverbrauch, stromerzeugenden Anlagen oder Wärmepumpen erhalten intelligente Messsysteme, die Smart Meter. Informationen zu den verschiedenen Zählertypen sowie ihren Vor- und Nachteilen finden Verbraucher:innen unter: www.vz-bw.de/node/13275.
Die ersten kalten Tage sind da – und damit beginnt für viele Haushalte auch die Heizsaison. Angesichts steigender Energiepreise empfiehlt die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, den eigenen Heizenergieverbrauch zu überprüfen und mögliche Einsparpotenziale zu erkennen.
„Viele Haushalte setzen sich erst mit ihrem Heizenergieverbrauch auseinander, wenn die Abrechnung vorliegt. Dabei lohnt es sich, bereits zu Beginn der Heizperiode das eigene Heizverhalten und die Einstellungen der Heizungsanlage zu überprüfen, den aktuellen Preis pro Kilowattstunde zu kennen und den Verbrauch regelmäßig im Blick zu behalten", sagt Manuel Becker von der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer jetzt gegensteuert, kann böse Überraschungen bei der nächsten Abrechnung vermeiden.
Der unterschätzte erste Tag der Heizsaison
Bereits am ersten Heiztag sollten Schwachstellen behoben werden, die unnötig Energie und damit Geld kosten: nicht entlüftete oder zugestellte Heizkörper, falsch eingestellte Thermostate oder eine Heizungssteuerung, die möglicherweise nicht ideal an das Gebäude angepasst wurde. Die Verbraucherzentrale empfiehlt diese Punkte zum Saisonstart zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.
Auch die Dämmung der warmwasserführenden Leitungen im unbeheizten Bereich ist eine Maßnahme mit hohem Einsparpotenzial und geringen Kosten. „Oftmals ist die Dämmung lückenhaft oder nicht ausreichend dimensioniert“, so der Energieexperte.
Auf die richtige Einstellung achten
Viele Menschen unterschätzen außerdem, wie viel Energie sich durch die richtige Einstellung der Heizung sparen lässt. Abschalt- oder Absenkzeiten sowie eine eventuell vorhandene Trinkwasserzirkulation sollten an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Auch mit der korrekten Einstellung der Heizkurve lässt sich viel Energie sparen. Oftmals ist diese zu steil und zu hoch eingestellt: Das Niveau der Vorlauftemperatur liegt dann insgesamt zu hoch und steigt bei sinkenden Außentemperaturen stärker an, als es für die Beheizung des Gebäudes erforderlich wäre. Das kostet Effizienz und damit Geld.
Wurde bislang noch kein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage durchgeführt, kann auch dieser dazu beitragen, die Wärmeverteilung und die Einstellung der Heizungsanlage weiter zu optimieren. Insbesondere nach größeren energetischen Sanierungsmaßnahmen wie dem Tausch von Fenstern oder der Dämmung von Dach oder Fassade ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll.
Alte Verträge auf dem Prüfstand
Trotz deutlich gestiegener Neukundenpreise für Strom und insbesondere für Erdgas kann sich ein Tarifwechsel lohnen. Wer noch in der Grundversorgung oder einem inzwischen deutlich teureren Tarif steckt, zahlt unter Umständen mehr als nötig. Die Verbraucherzentrale rät, Vertragsbestandteile wie Preise, Preisgarantie, Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen jetzt zu prüfen und neben dem reinen Arbeitspreis auch auf den Grundpreis zu achten.
Persönliche Beratung statt Bauchgefühl
Ob sich eine Heizungsoptimierung, ein hydraulischer Abgleich oder sogar der Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnt, hängt stark vom individuellen Gebäude ab. Die Energieberaterinnen und -berater der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unterstützen dabei unabhängig von Herstellern und Anbietern – mit einem realistischen Blick auf Kosten, Amortisation und Fördermöglichkeiten.
Fragen rund um das Thema Heizen beantworten die Expert:innen der Energieberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter unserer bundesweit kostenfreien Hotline 0800 809 802 400. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.